WochenTipp: Sich nicht am kollektiven Hype anstecken

Digitales Händewaschen

von Conny Dollbaum-Paulsen

Wir waschen uns die Hände, wenn wir etwas angefasst haben, das uns z.B. durch Bakterienbefall schaden könnte, wir haben uns daran gewöhnt, Nahrungsmittel kritisch nach Herkunft und Pestizidbelastung zu analysieren - wir sind insgesamt sehr auf Sauberkeit bedacht.

Anders gesagt: Die materielle Hygiene ist ein fester Bestandteil unseres Alltags, was mensch von digitaler Hygiene eher nicht behaupten kann.

Bezogen auf den Umgang mit digitalen Informationen stehen wir noch am Anfang, sozusagen vor der Entdeckung des (bakteriell-digitalen) Verursachers unserer diversen Formen von Stress-Infektionen.

Bakterien und Viren sind unsichtbar, aber wir wissen, dass sie vorhanden sind. Digitale Informationen, die, fast schon altmodisch, über den PC , häufiger aber über Tablets, Smartphones, Uhren und Google-Brillen und natürlich Displays in jeder Pommesbude auf uns einwirken, sind es auch und, wie damals bei den BAkterien, erkennen wir sie noch nicht als das, was sie sind: Erreger; Störenfriede, die geeignet sind, unsere Biosphäre nachhaltig zu belasten. Und Verursacher von Stress und hetze und Unzufreidenheit und natürlich Sucht.

  • Ausruhen? Nur mit Musik im Ohr.
    Alternative: Mal wieder in den Himmel gucken - sehr spannend.
  • Langweilen? Kein Ding, die Welt steht zur Verfügung.
    Alternative: Mal abwarten, was nach der langen Weile kommt.
  • Stille? Muss nicht sein.
    Alternative: Wie hört sich Stille überhaupt an?
  • Offline über Stunden? Lebensbedrohlich.
    Alternative: Irgendwas ganz echtes machen wie kochen, schmusen, rumspazieren, aufräumen...
  • Mails nur am PC oder gar jeden 2. Tag checken? Schwerer Entzug.
    Alternative: Telefonieren statt mailen und in echt treffen statt chatten.

Klammheimlich übernehmen Mikrochips das Kommando und wir merken es nicht. So wie klammheimlich Bakterien eine Lungenentzündung verursachen, ohne dass wir es mitbekommen.

Da hilft nur eins: Digitales Händewaschen und bakterienarme Räume schaffen.

Heißt: Offline gehen, wann immer es möglich ist, Smartphones abends in den Flugmodus versetzen, Whatsapp-Nachrichten nicht auf den Startbildschirm holen – und: so bewusst wie möglich versuchen mitzubekommen, wann es gut wäre, sich die Hände zu waschen…und der latenten Ansteckungsgefahr aus dem Weg zu gehen.

Denn irgendwie sind wir nach wie vor steinzeitlich gepolt: Was wir nicht sehen, Viren wie Informationen, nehme wir nicht wahr. Müssen also andere Kanäle und vor allem unser Bewusstsein nutzen, unerwünschten Ansteckungen zu entkommen.

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